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Grüne Soße: die sieben Kräuter und wie Frankfurt sie wirklich isst

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Grüne Soße, auf Hessisch Grie Soß, ist das Nationalgericht der Region und eines der wenigen Rezepte, bei dem die Zutatenliste praktisch feststeht. Sieben Kräuter, kalt angerichtet, dazu Kartoffeln und Eier. Die Debatte beginnt erst bei der Grundlage.

Die sieben Kräuter

  • Borretsch, bringt eine gurkenartige Frische
  • Kerbel, leicht anisig
  • Kresse, scharf und würzig
  • Petersersilie, der kräftige Grundton
  • Pimpinelle, nussig und mild
  • Sauerampfer, die Säure im Bund
  • Schnittlauch, der frische Abschluss

Auf den Märkten der Stadt gibt es die Mischung fertig gebunden, meist in Portionen für vier Personen. Fehlt ein Kraut, ersetzen viele es durch Spinat oder Dill. Puristen sehen das streng, geschmacklich funktioniert es.

Die Grundlage: Quark, Joghurt oder Schmand

Die häufigste Variante ist Schmand mit Joghurt, weil sie cremig bleibt und die Kräuter nicht übertönt. Mit Quark wird die Soße fester und säuerlicher, mit Crème fraîche runder und schwerer. Wer es klassisch mag, rührt zusätzlich die zerdrückten Dotter hart gekochter Eier ein, das bindet und macht die Farbe wärmer.

So gelingt sie

  1. Kräuter waschen, gut trocken schütteln, dicke Stiele entfernen.
  2. Fein schneiden statt pürieren, sonst wird die Soße bitter und dunkel.
  3. Milchgrundlage glatt rühren, Kräuter unterheben.
  4. Mit Senf, Salz, Pfeffer, einem Spritzer Essig und etwas Zucker abschmecken.
  5. Mindestens eine Stunde kühl ziehen lassen.

Was dazu gehört

Pellkartoffeln und hart gekochte Eier sind der Standard. In vielen Lokalen kommt die Soße außerdem zu gekochtem Rindfleisch, zu Tafelspitz oder zu panierten Schnitzeln. Saison hat sie traditionell ab dem Gründonnerstag, den die Stadt ohnehin gern als Startschuss versteht.

Ein Hinweis aus der Praxis: Die Soße am Vortag anzusetzen lohnt sich nicht. Nach etwa einem Tag verlieren Sauerampfer und Kresse ihre Spitze, und genau die macht das Gericht aus.

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