Wetzlar
Aus Hessischpedia
| Wappen | Hessenkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Hessen | ||
| Regierungsbezirk: | Gießen | ||
| Landkreis: | Lahn-Dill-Kreis | ||
| Höhe: | 148–401 m ü. NN | ||
| Fläche: | 75,67 km² | ||
| Einwohner: | 52.269 (30. Dez. 2006) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 691 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahlen: | 35521–35586 (alt: 6330) | ||
| Vorwahl: | 06441 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | WZ (1956-1976) L (1977-1990) LDK (seit 1. November 1990) | ||
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 32 023
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Ernst-Leitz-Straße 30 35578 Wetzlar | ||
| Webpräsenz: | |||
| Oberbürgermeister: | Wolfram Dette (FDP) | ||
Wetzlar, ehemals Reichsstadt und Sitz des Reichskammergerichts, ist ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum sowie der herausragende Industriestandort in Mittelhessen. Ihre optische und stahlverarbeitende Industrie brachten es zur Weltgeltung[1]. Das Stadtgebiet liegt in Höhe der Dillmündung in die Lahn.
Wetzlar ist Hauptsitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises und wie sechs weitere größere Mittelstädte in Hessen eine Stadt mit Sonderstatus. Daher übernimmt sie Aufgaben des Landkreises und gleicht somit in vielen Bereichen einer kreisfreien Stadt. Sie ist als wichtiges Industrie- und Handelszentrum eines der zehn Oberzentren in Hessen. Wetzlar ist als Sportstadt mit bedeutenden Sportveranstaltungen und -vereinen bekannt (darunter einige Bundesliga-Mannschaften).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Wetzlar liegt im Lahn-Dill-Gebiet in Mittelhessen an der Lahn, kurz nach ihrer Richtungsänderung von Süd nach West in Höhe der Dillmündung. Die Stadt erstreckt sich auf meist hügeligem Terrain bis auf die Anhöhen beiderseits des Lahntals. Sie liegt am Trennungspunkt hessischer Mittelgebirge: südlich der Lahn liegt der Taunus; nördlich der Lahn und westlich der Dill beginnt der Westerwald; nördlich der Lahn, östlich der Dill beginnt das Rothaargebirge. Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist der Stoppelberg mit einer Höhe von 401 m. Nachbarstädte Wetzlars sind Gießen (lahnaufwärts, von Zentrum zu Zentrum etwa 12 km), Koblenz 80 km lahnabwärts, Limburg an der Lahn 40 km westlich, Siegen 50 km nordwestlich, Dillenburg 30 km nördlich, Marburg 40 km nordöstlich sowie Frankfurt am Main 60 km südlich.
Wetzlar und Gießen sind die beiden Kerne des mittelhessischen Ballungsgebiets (etwa 200.000 Einwohner). Zum nahen Rhein-Main-Gebiet bestehen enge Verflechtungen. In den Tälern von Lahn (Osten und Westen) und Dill (Norden) grenzen dichtbebaute Nachbargemeinden an, deren Bebauung teilweise unmittelbar in die Wetzlars übergeht. Die Wetzlar im Nordwesten, Nordosten und Süden umgebenden Mittelgebirge sind waldreich und dünn besiedelt.
Klima
Wetzlar weist ein ganzjährig gemäßigtes Klima der mittleren Breiten auf. Aus den Talverläufen und differierenden Geländehöhen resultieren unterschiedliche kleinklimatische Verhältnisse. Die mittlere Tagesmitteltemperatur beträgt im Sommer ungefähr 17 bis 18 °C und im Winter etwa 1 bis 2 °C. Die mittlere Niederschlagshöhe beträgt zirka 600–700 mm, auf den Anhöhen südlich und nördlich des Lahntals auch 800 mm[2].
Nachbargemeinden
Wetzlar grenzt im Nordwesten an die Stadt Aßlar (Lahn-Dill-Kreis), im Norden und Nordosten an die Gemeinden Hohenahr (Lahn-Dill-Kreis) und Biebertal (Landkreis Gießen), im Osten an die Gemeinden Lahnau (Lahn Dill Kreis) und Heuchelheim sowie an die Stadt Gießen (beide Landkreis Gießen), im Süden an die Gemeinden Hüttenberg und Schöffengrund sowie im Westen an die Stadt Solms (alle Lahn-Dill-Kreis).
Bevölkerung
Wetzlar insgesamt hat 52.741 Einwohner (davon 21.946 männlich und 24.313 weiblich), davon entfallen 31.022 auf die Kernstadt. Auf die Stadtteile entfallen 21.719 Einwohner. Wetzlar ist damit die elftgrößte Stadt in Hessen. Der Ausländeranteil liegt bei 12,3 % (6.482 Einwohner). Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Wetzlar (umfasst die Stadt Wetzlar und 12 umliegende Gemeinden mit 149.135 Einwohnern) lag im Juni 2007 bei 6,6 %.
Stadtgliederung
Der alte Kernstadtbereich von Wetzlar mit 30.761 Einwohnern ist unterteilt in zwölf Stadtbezirke (Einwohnerzahlen jeweils in Klammern): Dies sind die Altstadt mit (2.266), Neustadt (2.013), Hauserberg (1.951), Büblingshausen (3.161), Sturzkopf (3.332), Stoppelberger Hohl (2.552), Nauborner Straße (2.237), Silhöfer Au (2.237), Altenberger Straße (1.424), Dalheim (3.496), Dillfeld (0) und Niedergirmes (5.896).
Weiterhin gibt es acht Stadtteile, die erst mit der Auflösung der Stadt Lahn 1979 zu Wetzlar kamen aber bis auf Blasbach, Dutenhofen und Münchholzhausen schon lange fest mit der Stadt verwachsen waren. Dies sind östlich der Kernstadt Naunheim (3.879), Garbenheim (2.085), Münchholzhausen (2.440) und Dutenhofen (3.136). Nauborn (3.718) liegt südlich der Kernstadt und Steindorf (1.717) schließt sich westlich an die Kernstadt an. Nördlich der Kernstadt liegen Blasbach (1.008) und Hermannstein (3.572). (Stand 31. Dezember 2005)
Geologie
Wetzlar liegt am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges. Der Untergrund besteht aus geologisch jungen Sedimenten der Lahn und wesentlich älteren devonischen und karbonischen Gesteinen zweier geologischer Haupteinheiten des Schiefergebirges, der Gießener Decke und der Lahnmulde. Den nordwestlichen Teil des Stadtgebietes unterlagern im Lahntal Schluffe, Sande und Kiese, die nur wenig verfestigt sind. Sie wurden von der Lahn abgelagert, deren hier noch bis zu ein Kilometer breites Tal nach Westen immer schmaler und zunehmend tiefer wird. Der Hauptteil der Stadt ist auf teilweise intensiv verfalteten, gestörten und geschieferten Tonschiefern, Sandsteinen, Quarziten und Kalksteinen errichtet. Sie wurden in Devon und Karbon in einem von Inselketten, Vulkanen und Atollen geprägten Meer abgelagert, das während der variszischen Gebirgsbildung zusammengeschoben und von einer durch diese verfrachteten tektonischen Decke überlagert wurde.[3] Die aus den Meeresablagerungen entstandenen Gesteine finden sich im Stadtbild wieder, da sie vielfach als Baumaterial verwendet wurden.
Die östliche Lahnmulde im Umfeld von Wetzlar besteht aus mehreren Untereinheiten und wird über große Flächen von der überschobenen Gießener Decke überlagert. Vom Hintertaunus zum Lahn-Dill-Gebiet, also von Südosten nach Nordwesten gesehen, sind folgende geologische Untereinheiten aufgeschlossen:
- Gießener Decke
- Lahnmulde
- Schalstein-Hauptsattel
- Oberdevon der Lahnmulde
- Asslarer Mitteldevonsattel
- Lemptaler Kulm mit Hohensolmser Diabasdecke
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- Zentrum für Mathematik Wetzlar
Das Zentrum für Mathematik organisiert Kurse und Wettbewerbe für mathematisch interessierte und begabte Kinder und Jugendliche. Zum „MatheTreff3456“ sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 eingeladen, die „Samstagsakademie“ besuchen Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13. Außerdem veranstaltet das Zentrum Fortbildungen für Mathematiklehrer.
- Christliche Medien-Akademie (CMA)
Der Konferenz Evangelikaler Publizisten e.V., ist ein Service der Christlichen Medienakademie der Medienschule des Christlichen Medienverbundes KEP e.V. Es werden journalistische Grundkurse, besonders geeignet für Studenten und Volontäre, sowie Aufbaukurse als Ergänzung und ideale Fortbildung für Redakteure und Medienschaffende angeboten. Zudem werden PR-/Öffentlichkeitsarbeits-Workshops, speziell konzipiert für Mitarbeiter von Organisationen, Verbänden und Gemeinden veranstaltet. Sie sind ebenso als ergänzende Weiterbildung für Journalisten und Volontäre geeignet.
Persönlichkeiten der Stadt
→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Wetzlar
Bedeutende Söhne und Töchter
Hieronymus Karl zweiter Graf von Colloredo-Mansfeld wurde am 30. März 1775 in Wetzlar geboren. Er war der Sohn des Reichsvizekanzlers Fürste Franz de Paula Gundaccar I. (* 1731; † 1807), der 1767-70 als Botschafter in Spanien, 1788-1806 als Reichsvizekanzler diente. Hieronymus von Colloredo-Mannsfeld war später am Reichskammergericht in Wetzlar tätig. Er starb am 23. Juli 1822 in Wien.
Charlotte Sophie Henriette Buff geboren am 11. Januar 1753 in Wetzlar, heiratete am 4. April 1773 den hannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner, der schon seit 1767 als Kammergerichtssekretär am Reichskammergericht in Wetzlar tätig war. Er wurde später königlich großbritannisch-hannoverscher Hofrat und Vizearchivar in Hannover. Charlotte ist „Werthers Lotte“ aus Goethes Werthers Leiden. Sie starb am 16. Januar 1828 in Hannover.
Ludwig Erk am 6. Januar 1807 in Wetzlar geboren war Musikpädagoge und Komponist, Herausgeber unter anderem der Sammlung der „Deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen“, „Deutsche Liederhort“ sowie aus Achim von Arnims literarischem Nachlass den vierten Teil von „Des Knaben Wunderhorn“. Er starb am 25. November 1883 in Berlin.
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Die erste bekannte Persönlichkeit in der Stadt war Graf Gebhard dux regni quod a multis Hlotharii dicitur, er stiftet 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar, dort wurde er auch begraben.
Als wohl bekannteste Persönlichkeit der Wetzlarer Geschichte arbeitete Johann Wolfgang von Goethe 1772 als Jurist am Reichskammergericht. Unter dem Eindruck seiner Liebe zur Wetzlarerin Charlotte Buff und des Suizides Karl Wilhelm Jerusalems machte Goethe die Stadt mit seinem Roman „Die Leiden des jungen Werther“ weltweit bekannt.
Zu großer Bedeutung brachten es später die Pioniere der Optik wie Moritz Hensoldt, Ernst Leitz, sein gleichnamiger Sohn sowie Oscar Barnack. Als Wegbereiter und Entwickler technologischer Innovationen wie der ersten Kleinbildkamera der Welt hatten sie auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung Wetzlars zur Industriestadt.
Jüngere Generation
Gisela May geboren am 31. Mai 1924 in Wetzlar ist eine sehr erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin (Bühne und Film), Diseuse und Brecht-Interpretin.
Einzelnachweise
- ↑ Medien Gruppe Kirk AG, 2001
- ↑ Umweltatlas Hessen. In: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2005.
- ↑ Walter, Roland et al.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage, Schweizerbarth’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992. ISBN 3-510-65149-9
Literatur
- Rolf Beck: Die Leitz-Werke in Wetzlar. 2. Auflage. Sutton, Erfurt 1999. ISBN 3-89702-124-2.
- Rolf Beck: Mikroskope von Ernst Leitz in Wetzlar. Sutton, Erfurt 2002. ISBN 3-89702-292-3.
- Herbert Flender und Gerd Scharfscheer: Wetzlarer Stadtchronik. 2. Auflage. Wetzlardruck, Wetzlar 1980.
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Stadt Wetzlar. Theiss, Stuttgart 2004. ISBN 3-8062-1900-1 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Hessen).
- Karsten Porezag: Bergbaustadt Wetzlar: Geschichte von Eisenerzbergbau und Hüttenwesen in historischer Stadtgemarkung Wetzlardruck, Wetzlar 1987. ISBN 3-926617-00-4
- August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar.2. überarb. u. erw. Auflage von Herbert Flender. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3.
- Magistrat der Stadt Wetzlar: Goethes Wetzlarer Zeit. Bilder aus der Reichskammergerichts- und Wertherstadt von Heinrich Gloe͏̈l. Nachdr. [der Ausgabe] Berlin, Mittler, 1911. Magistrat der Stadt Wetzlar, Wetzlar 1999.
Weblinks
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