Weschnitz

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Der Verlauf der Weschnitz

Die Weschnitz ist ein etwa 60 km langer, rechter Nebenfluss des Rheins in Südhessen und Nordbaden (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis


Verlauf

Die Mündung der Weschnitz in den Rhein in unmittelbarer Nähe des KKW Biblis
Weschnitztal im Odenwald nach einem Satellitenbild
Die Wattenheimer Brücke führt bei Lorsch über die Weschnitz
Die begradigte Weschnitz bei Biblis
Die im März 2007 begonnenen Renaturierungsmaßnahmen an der Weschnitz bei Lorsch im Juni 2007
Die renaturierte Weschnitz in Einhausen

Die Weschnitz entspringt im Odenwald, im Ortsteil Hammelbach der Gemeinde Grasellenbach. Ihre gefasste Quelle liegt auf einem ausgeschilderten Freizeitgelände mit See und Grillhütte. Sie fließt zunächst ein kleines Stück nach Norden und wendet sich dann entlang der B 460 in einem U-Bogen nach Südwesten, um weiter über Fürth und später entlang der B 38 über Rimbach, Mörlenbach und Birkenau Weinheim zu erreichen. In Weinheim, wo sie den Odenwald verlässt und in die Oberrheinische Tiefebene eintritt, knickt sie in einem neuem Bogen in Richtung Nordwesten ab. Dabei teilt sie sich in zwei Arme auf, unterquert die B 3 und bei Hemsbach die A 5. Sie fließt weiter nach Lorsch, wo ihre beiden Arme sich wieder vereinen, verläuft ein kleines Stück wiederum entlang der B 460 und kreuzt danach die B 47 sowie die A 67. Danach erreicht sie die Gemeinden Einhausen und Biblis, um schließlich in der Nähe des Kernkraftwerkes Biblis in den Rhein zu münden.

Im Odenwälder Abschnitt zwischen Fürth und Weinheim verläuft die nach dem Fluss benannte Weschnitztalbahn.

Geschichte

Im Altertum nutzte die Weschnitz im Hessischen Ried das Flussbett des Ur-Neckars und mündete bei Trebur in den Rhein, also wesentlich weiter nördlich als heute. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts veränderten die Römer den Flusslauf und gaben ihm dort den jetzigen Verlauf, indem sie die Dünenhügel bei Lorsch durchbrachen; daher ist sie im Bereich der Oberrheinischen Tiefebene (Kreis Bergstraße) kanalisiert. Dies geschah, damit man die Steinerzeugnisse vom Felsberg und aus Auerbach auf kürzestem Wasserweg an dem Rhein transportieren konnte. Auf diesem Wege wurden nachweislich z.B. 30 Tonnen schwere Granitsäulen bis nach Trier transportiert. An der Mündung in den Rhein wurde durch die Römer der Hafen Zullestein angelegt.

Nach einem großen Hochwasser im Jahre 1956 errichtete man im Ried Hochdämme an Weschnitz und einmündenden Gewässern, bei Lorsch legte man im Rahmen weiterer Kanalisierungen in den 1960ern ein Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz an, und zum Schutz des großen Brachvogels wurde das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel 1979 ausgewiesen.

In den Jahren 2006/2007 renaturierte man im Bereich der Gemeinde Einhausen größtenteils den Weschnitzgraben, um ein natürlicheres Bild der Landschaft wiederherzustellen. Dabei wurde das Flussbett verbreitert, teilweise aufgefüllt und es wurden größere Felsbrocken dem Fluss in den Weg gelegt. Auch Dämme wurden teilweise neubepflanzt, um insgesamt wieder ein harmonischeres Landschaftsbild zu erhalten.

Im März 2007 begann dann die Gemeinde Lorsch im Bereich unterhalb der Wattenheimer Brücke damit, die Weschnitz zu renaturieren.[1] Dazu wird man ca. 30.000 Kubikmeter Erde bewegen. Der nördliche Weschnitzdamm wird zurückgebaut, damit sich ein Biotop bilden kann.[2] Die Renaturierung, deren Kosten bei 470.000 Euro liegen, geschieht zum Ausgleich für die Erschließung des Lorscher Gewerbegebietes „Daubhart“. Die Weschnitz wird deutlich mehr Platz erhalten, um Mäander ausbilden zu können. Es werden Ablaichplätze für die Nasen-Fische geschaffen, die sich dort angesiedelt haben. Am Flussufer pflanzt man Schwarzpappeln neu an. Archäologen begleiten die Bauarbeiten rund um die Wattenheimer Brücke. Sie hoffen auf Funde aus der Keltenzeit, wie etwa Tonscherben und Reste von Speerspitzen. [3]

Die Wasserqualität der Weschnitz hat sich in den vergangenen Jahren merklich verbessert. Inzwischen wird an der Wattenheimer Brücke nahezu die Gewässergüte eins erreicht[4].

Flussname

Der Name „Weschnitz“ ist von dem eines keltischen Flussgottes abgeleitet. Näheres ist an der Walburgiskapelle in Fürth (Odenwald) erläutert. Diese Kapelle steht an einem einstigen Kultort der Kelten, in der Nähe schürfte man damals Erz. Derartige Kapellen an alten vorchristlichen Kultstätten sind nicht selten, man denke an die Michaeliskapelle auf dem Heiligenberg bei Heidelberg. Große Steinkreuze im Odenwald sind oft ein Hinweis auf eine heidnische Stätte, denn mancher Menhir wurde nach der Christianisierung zu einem Kreuz umgemeißelt.

Einzelnachweise

  1. Magistratsinformation der Stadt Lorsch
  2. Bergsträßer Anzeiger vom 18. Mai 2007
  3. Bergsträßer Anzeiger vom 19. April 2007
  4. Echo-Online.de vom 24. Januar 2007

Weblinks

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