Nidda (Fluss)
Aus Hessischpedia
| Nidda | |
|---|---|
|
Verlauf | |
| Daten | |
| Lage | Deutschland, Hessen |
| Länge | 89,7 km |
| Gewässerkennzahl | 248 |
| Quelle | Taufstein (Vogelsberg) |
| Quellhöhe | 720 m ü. NN |
| Mündung | Main bei Frankfurt-Höchst |
| Mündungshöhe | 95 m ü. NN |
| Höhenunterschied | 625 m |
| Flusssystem | Rhein |
| Einzugsgebiet | 1.619 km² (oberhalb Pegel Bad Vilbel) |
| Abflussmenge | 13.064,8 l/s (MQ) |
| Großstädte | Frankfurt am Main |
| Mittelstädte | Bad Vilbel, Karben |
| Kleinstädte | Nidda, Schotten |
| Durchflossene Stauseen | Nidda-Stausee |
| Die Nidda bei Wöllstadt | |
| Regulierendes Niddawehr in Rödelheim | |
| Renaturierter Abschnitt bei Bad Vilbel | |
Die Nidda ist ein Fluss in Hessen. Sie entspringt im Vogelsberg und mündet in Frankfurt in den Main. Dem Flussverlauf von der Quelle bis zur Mündung folgt der Niddaradweg.
Inhaltsverzeichnis |
Name
Der Name gehört zu den ältesten Gewässernamen Europas. Die im 1. Jahrhundert n. Chr. an der Nidda errichtete Römerstadt Nida deutet darauf hin, dass die Römer den Flußnamen bereits vorfanden. Die älteste mittelalterliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde des Codex Laureshamensis aus dem Jahr 782. Da der Gewässername Nida in ganz Europa verbreitet ist, z.B. in Polen, im Baltikum, in Skandinavien, auf den britischen Inseln und in Westeuropa, führen Sprachwissenschaftler den Namen auf einen indogermanischen Ursprung zurück. [1]
Flusslauf
Die Quelle der Nidda im Vogelsberg liegt am Taufstein in einem Hochmoor. Der Oberlauf der Nidda ist durch bewaldete Berghöhen und Talauen mit Äckern, Wiesen und Weiden gekennzeichnet. Örtlich befinden sich in Flussnähe auch Naturschutzgebiete (meist Feuchtniederungen). Nach der Stadt Schotten erreicht die Nidda den Niddastausee. Bis etwa Nidda-Unterschmitten hat die Nidda noch eine ziemlich starke Strömung. Diese nimmt aber kurz vor dem Erreichen der Stadt Nidda merklich ab. In der Wetterau durchfließt die Nidda nun die Gemeinden Ranstadt, Florstadt und Niddatal, wo sie von der Wetter gespeist wird. Flussabwärts folgen Karben und Bad Vilbel, wo die nur etwas kleinere Nidder mündet. Hinter Bad Vilbel stellt der Erlenbach einen weiteren Zufluss dar. Bei Harheim erreicht sie das Frankfurter Stadtgebiet. Nach 18,6 Kilometern im Frankfurter Stadtgebiet mündet sie in Höchst an der Wörthspitze in den Main. Die Gesamtlänge des Flußlaufes beträgt 89,7 Kilometer.
Für den Verlauf der Nidda in Frankfurt am Main siehe Flüsse in Frankfurt am Main.
Überschwemmungsgebiete (Retentionsräume)
Am Oberlauf der Nidda gibt es verschiedene Überschwemmungsgebiete. So ist z.B. der Bereich zwischen Nieder-Florstadt und Florstadt-Staden nicht überall durch Deiche hinreichend gegen die Überschwemmungsgefahr geschützt. Größere Retentionsräume befinden sich auch im Gebiet zwischen Ranstadt-Dauerheim und Florstadt-Staden und in Dauerheim selbst kann es zu Überschwemmungen kommen. Nähere Einzelheiten über die Überschwemmungsgebiete der Nidda sind dem Auszug aus dem Retentionskataster des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie zu entnehmen[2].
Lebewesen
Fauna
Fische
Am Oberlauf der Nidda (im Bereich der Stadt Nidda) kommen folgende Fischarten vor[3]:
- Karpfenartige (Barbe, Döbel, Hasel, Karpfen, Schleie, Karausche, Aland, Nase, Brasse, Rotauge und Rotfeder)
- Barschartige (Flussbarsch, Kaulbarsch und Zander)
- Kleinfischarten (Bachneunauge, Mühlkoppe, Bachschmerle, Gründling, Elritze und Stichling)
Vögel
In den Röhrichten am Oberlauf der Nidda (im Bereich der Stadt Nidda) kommen folgende Vogelarten vor:[4]
Blaukehlchen, Wasserralle, Rohrweihe, Teichrohrsänger und Rohrammer
In den naturnahen Bereichen der Nidda kommen vor:
Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze
Insekten
In den naturnahen Abschnitten am Oberlauf der Nidda (im Bereich der Stadt Nidda) kommen u.a. folgende Insektenarten vor:[5]
Gebänderte- und Blauflügel-Prachtlibelle, Quelljungfern und Keiljungfern (Familie der Flussjungfern)
Flora
Am Unterlauf der Nidda (im Bereich der Stadt Frankfurt) kommen vor:[6]
Gelbe Schwertlilie, Gelbe Teichrose, Pracht-Nelke
Zuflüsse
Zu den Zuflüssen der Nidda gehören (flussabwärts betrachtet)[7]:
| Name | GKZ | Länge (km) | Richtung | Mündung bei km | Abfluss (l/s) | Ort | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Graswiesenbach | 24811200 | 4,0 | rechts | 83,7 | Schotten-Rudingshain | ||
| Hohlbach | 24811320 | 3,4 | rechts | 81,5 | Schotten-Götzen | ||
| Michelbach | 24811400 | 5,3 | links | 78,1 | Schotten | ||
| Läunsbach | 24811520 | 5,4 | links | 76,5 | Schotten-Rainrod | im Bereich der Talsperre | |
| Gierbach | 24811800 | 10,4 | rechts | 74,6 | Schotten-Rainrod | ||
| Eichelbach | 24812000 | 18,2 | links | 71,5 | Nidda-Eichelsdorf | ||
| Ulfa | 24814000 | 11,5 | rechts | 67,9 | 232,5 | Nidda-Unterschmitten | |
| Hohensteinerbach | 24815182 | 6,4 | links | 64,8 | Nidda | mündet in den Flutgraben einem Nebenarm der Nidda | |
| Salzbach | 24816000 | 3,6 | rechts | 60,6 | Nidda | ||
| Hollergraben | 24817920 | 1,6 | rechts | 57,4 | Ranstadt-Dauernheim | ||
| Laisbach | 24818000 | 17,9 | links | 56,3 | 220,8 | Ranstadt-Dauernheim | |
| Wehrbach | 24819200 | 4,0 | links | 51,9 | Florstadt-Staden | ||
| Pohlheimer Bach | 24819940 | 2,5 | links | 50,2 | Florstadt-Oberflorstadt | ||
| Horloff | 24820000 | 44,5 | rechts | 48,2 | 1004,3 | Florstadt-Oberflorstadt | |
| Rossriedgraben | 24831200 | 1,2 | rechts | 47,2 | Florstadt-Oberflorstadt | ||
| Teufelsgraben | 24833400 | 2,4 | rechts | 45,0 | Florstadt-Niederflorstadt | ||
| Sternbach | 24839200 | 2,3 | links | 44,0 | Niddatal-Wickstadt | ||
| Mühlbach | 24839600 | 2,4 | links | 43,2 | Niddatal-Bönstadt | ||
| Wetter | 24840000 | 68,8 | rechts | 40,9 | 2993,9 | Niddatal-Assenheim | |
| Notbach | 24851120 | 2,3 | links | 39,0 | Niddatal-Ilbenstadt | ||
| Rosbach | 24852000 | 9,0 | rechts | 37,6 | 128,3 | Wöllstadt-Niederwöllstadt | heißt im mittleren Teil Gansbach und mündet als Aubach |
| Ilbenstädter Lohgraben | 24854000 | 2,2 | links | 36,7 | Wöllstadt-Niederwöllstadt | ||
| Weinbach | 24855122 | 4,0 | rechts | 36,1 | Wöllstadt-Niederwöllstadt | entsteht aus Beunbach + Harbach, teilt sich auf in Breitwiesengraben + Bürgelgraben | |
| Scheidgraben | 24855140 | 1,0 | links | 36,0 | Karben-Burg-Gräfenrode | ||
| Rollgraben | 24855180 | 1,1 | links | 35,4 | Karben-Burg-Gräfenrode | ||
| Mittelgraben | 24855940 | 1,8 | rechts | 33,5 | Karben-Okarben | ||
| Heitzhoferbach | 24856000 | 3,8 | rechts | 32,5 | 126,8 | Karben-Okarben | auf Karten wird hier oft der Lohgraben genannt |
| Wiesenbachgraben | 24857200 | 2,5 | links | 31,9 | Karben-Großkarben | ||
| Geringsgraben | 24859200 | 3,3 | rechts | 31,3 | Karben-Kloppenheim | ||
| Selzenbach | 24859400 | 2,0 | links | 31,0 | Karben | ||
| Weilachgraben | 24859800 | 5,0 | rechts | 28,4 | Bad Vilbel-Dortelweil | ||
| Nidder | 24860000 | 68,6 | links | 26,7 | 3875,1 | Bad Vilbel-Gronau | |
| Edelbach | 24873400 | 2,3 | links | 21,4 | Bad Vilbel | ||
| Landgraben | 24879200 | 1,9 | links | 20,4 | Bad Vilbel | ||
| Erlenbach | 24880000 | 30,0 | rechts | 19,6 | 582,1 | Bad Vilbel-Masssenheim | |
| Eschbach | 24892000 | 17,9 | rechts | 17,8 | 428,9 | Frankfurt-Harheim | |
| Kalbach | 24893200 | 5,3 | rechts | 14,3 | Frankfurt-Bonames | ||
| Lachegraben | 24893920 | 3,0 | links | 13,5 | Frankfurt-Eschersheim | auch Oberwiesengraben und Flutgraben genannt | |
| Urselbach | 24894000 | 16,0 | rechts | 12,1 | 295,8 | Frankfurt-Heddernheim | |
| Ochsengraben | 24895120 | 1,9 | links | 10,1 | Frankfurt-Heddernheim | ||
| Steinbach | 24895400 | 4,6 | rechts | 9,3 | 62,7 | Frankfurt-Praunheim | |
| Westerbach | 24896000 | 12,4 | rechts | 4,6 | 260,9 | Frankfurt-Rödelheim | |
| Laufgraben | 24897200 | 2,4 | rechts | 2,6 | Frankfurt-Sossenheim | auch Dottenfeldgraben genannt | |
| Sulzbach | 24898000 | 12,0 | rechts | 2,0 | 243,3 | Frankfurt-Sossenheim |
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Allgemein
In den zwanziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Lauf der Nidda reguliert, um die Hochwassergefahr zu verringern. Aus den vorher zahlreichen Mäandern entstanden Altarme, während das Flussbett begradigt und tiefer gelegt wurde. Dadurch wurde der Fluss auf fast die Hälfte seiner eigentlichen Länge verkürzt. Seit 1993 wird die Nidda in bestimmten Bereichen renaturiert. Verantwortlich für den Hochwasserschutz, die Unterhaltung und die Renaturierungsmaßnahmen an der Nidda ist der Wasserverband NIDDA mit Sitz in Friedberg. Der Wasserverband betreut die Nidda von Schotten-Breungeshain bis zum Eschersheimer Wehr in Frankfurt am Main.
Bei der Regulierung der Nidda im Frankfurter Bereich stieß man nahe der Mündung des Westerbaches auf einen römischen Pfahldamm, der eine Römerstraße von Nida trocken über das ständig feuchte Auen-Delta zur Mainbrücke bei Frankfurt-Schwanheim führte.
Nidda bei Klein-Karben |
Einzelnachweise
- ↑ Für die Erklärung des Gewässernamens siehe den Artikel von Marieluise Petran-Belschner: Die Gewässernamen des Main-Taunus-Gebietes
- ↑ siehe dazu den Auszug aus dem "Retentionskataster Flußgebiet Nidda" des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HULG): Retentionskataster Flußgebiet Nidda
- ↑ siehe dazu den Artikel vom Angelsportverein Nidda und Umgebung e.V.: "Die Fischarten in der Nidda"
- ↑ siehe dazu den Umweltbericht des Flächennutzungsplans der Stadt Nidda "Umweltbericht Juli 2007:"
- ↑ siehe dazu den Umweltbericht des Flächennutzungsplans der Stadt Nidda "Umweltbericht Juli 2007:"
- ↑ Frankfurt.de: "Geschützte und seltene Pflanzen und Tiere"
- ↑ Kartenservice zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen (WRRL in Hessen)
Weblinks
- Commons: Nidda – Bilder, Videos und Audiodateien
- Pegel des HLUG bei Nidda-Unter-Schmitten
- Pegel des HLUG bei Nieder-Florstadt
- Pegel des HLUG bei Niddatal-Ilbenstadt
- Pegel des HLUG bei Bad Vilbel
- Pegel bei Bad Vilbel, HND Bayern (manchmal aktueller)
- Reportage von hr-online über die Nidda
- Artikel des Wasserspiegels Nr. 1/2003 Der naturnahe Umbau der Nidda-Wehre in Frankfurt am Main
- Flächennutzenplan der Stadt Nidda Umweltbericht
- Interessengemeinschaft der Nidda - Sportanglervereine e.V.