Knüllgebirge
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Das Knüllgebirge, im Volksmund meist nur (der) Knüll genannt, ist ein Mittelgebirge in Nordhessen, Deutschland.
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Geographie
Der Knüll liegt 45 km südlich von Kassel und 20 km westlich von Bad Hersfeld (jeweils Luftlinie). Das Zentrum des Gebirges ist die Region um die Stadt Schwarzenborn.
Seine Grenzen bilden die Flüsse Eder und die Schwalm im Norden und Westen. Die Fulda bildet die Grenze im Osten und die Jossa begrenzt das Gebirge im Süden. Die Nachbargebirge jenseits der genannten Flüsse sind dadurch im Nordosten das Stölzinger Gebirge, im Osten der Seulingswald, im Südosten das Fulda-Haune-Tafelland und im Süden die Ausläufer des Vogelsberges. Im Norden und Westen fällt das Gebirge in das Fritzlar- bzw. Wabernsche Becken und die Schwalm ab.
Den Hauptbasaltblock bildet den eigentlichen Knüll, mit dem Knüllköpfchen und dem Eisenberg, der heute Hochknüll genannt wird. Es ist der Kern des Knüllgebirges, das sich in einzelnen Höhen und geschlossenen Berggruppen um dieses zentrale Hauptmassiv lagert. Eine Höhenzug südlich des Geisbaches über den Pommer und den Neuensteiner Buckel verbindet den Hochknüll mit dem östlichen Ausläufer, dem Ludwigsecker Höhenzug. Ein weiterer Höhenzug in Richtung Süden, über den Döhnberg (491,1 m. ü. NN) und der Zieglerskuppe (507 m. ü. NN), verbindet den Hochknüll mit dem südlichen Ausläufern um dem Rimberg und dem Hirschberg (508 m ü. NN.) Im Westen und Norden des Hochknülls ist der Knüll von einzeln stehenden Bergkuppen geprägt.
Geologie
Das Knüllgebirge ist magmatischen Ursprungs. Die Basaltkuppen ragen aus einem Sockel aus Buntsandstein- oder Tertiärunterlage heraus. Aufgrund seines Aufbaus und der Gliederung wird der Knüll oft als "kleiner Bruder" des Vogelsberges bezeichnet.
Gewässer
Im Knüll entspringen zahlreiche Fließgewässer, dazu gehören die Efze, die Aula, der Geisbach, die Beise, der Rohrbach und die Grenff (in Landkarten teils auch nur mit einem "f" - Grenf - bezeichnet).
Geschichte
Der Namensursprung liegt in einem alten germanischen, heute nicht mehr bekannten Begriff für bestimmte Flurnamen. Dieser kommt zum Beispiel mit den Silben nall, nöll, nell, nill, nüll, knill, knüll, ginüll, finill oder ginoll noch heute vor. Diese Silben kommen oft zusammen mit den Silben -berg, -feld oder -bach vor. Somit ergeben sich ausgedehnte, durch die Geographie und die Geologie begrenzte, Ortsbezeichnungen.
Dieser germanische Begriff wurde dann volksetymologisch mit den althochdeutschen Bestimmungsworten rich, rech, oder auch rück (z. B. in Hunsrück) umgedeutet. Das Gebirge wurde im 9. Jahrhundert als Rich- oder Rechberg erwähnt. Die althochdeutschen Bestimmungsworte Rich- oder Rech- weisen auf ausgedehnte eingehegte oder markierte Weideflächen oder Gemeindemarken hin. Wann sich dann der Name Knüll für das Gebirge durchgesetzt hat ist nicht bekannt.
Lange Zeit war das Gebirge ein eng begrenzter Raum rund um das Knüllköpfchen, daher wir in einigen Quellen auch noch das Knüllköpfchen als höchster Berg des Knüllgebirges bezeichnet. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Grenzen des Gebirges im Norden durch das das Fritzlar- Wabernsche Becken und die Schwalm im Westen definiert. Der Geisbach bildete die Grenze im Osten, und die Grenff und Aula begrenzten das Gebirge im Süden.
Das Knüllgebirge ist dünn besiedelt und stark bewaldet. Es wurde dort das Landschaftsschutzgebiet Knüllwald eingerichtet.
Berge
- Eisenberg (636 m),ein vom Hochknüll nach Osten hinziehender Gebirgsstock, ist mit dem Knüll-Hochplateau durch einen schmalen Rücken verbunden, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, mit Borgmannturm
- Knüllköpfchen (634 m),mit Aussichtsturm und Wanderjause, Schwalm-Eder-Kreis
- Waldknüll (624 m), Schwalm-Eder-Kreis
- Köpfchen (588 m), Schwalm-Eder-Kreis
- Kollen-Berg (567 m), Schwalm-Eder-Kreis
- Hohebaum (563 m), Schwalm-Eder-Kreis
Burgen
Literatur
- Knüllgebirgsverein e. V. (Hrsg.): Knüllführer
- Rad- und Wanderkarte Knüllgebirge 1:500000, KKV Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-933494-76-1
- MEYER, R., 1973: Der Knüll als Entwicklungsgebiet. Materialien und Überlegungen zum Problem der Landesentwicklung in peripheren Mittelgebirgsräumen. 96 S., 13 Ktn., 4 Abb., 22 Tab.
- Reuber, Otto: Die Basalte südlich von Homberg a. d. Efze bis zum Knüllgebirge, S. 503 - 555;Hochschulschrift: Marburg, Phil. Diss., 1. Nov. 1904
Weblinks
- http://www.knuellgebirgsverein.de - Homepages des Knüllgebirgsverein mit Ausflugstipps und Auszügen aus der Vereinszeitschrift Knüllgebirgsbote
- http://www.wanderverband.de/Wandern/Knuellgebirge/knuellgebirge.html - Informationen des Deutschen Wanderverbands zu den Wandermöglichkeiten im Knüllgebirge
- http://www.knuellwald.de/ - Internet-Auftritt der Gemeinde Knüllwald mit Informationen für Bürger und Gäste
- http://www.wildpark-knuell.de/ - Informationen zum Wildpark, zum Naturbad und Campingplatz Burg Wallenstein sowie zum Boglerhaus